Ein guter Song sollte fließen, aus dem Bauch heraus kommen. Klasse, wenn das bei dir funktioniert. Aber manchmal will es einfach nicht fließen – oder nicht mehr. Und manchmal ist Songwriting auch einfach harte Arbeit, da geht es dir nicht anders, als Menschen in anderen Jobs auch. Mal bist du im Flow, mal nicht.

 

Zum Glück gibt es Kreativitätstechniken, die dich dabei unterstützen, wieder in den Fluss zu kommen. Lass dich dabei von der „Technik“ nicht abschrecken. Die meisten dieser Methoden machen viel Spaß. In diesem Artikel stelle ich dir fünf meiner Favoriten vor. Los geht’s!

 

Ideenbuch

Wenn du kreativen Blockaden vorbeugen willst, solltest du unbedingt ein Ideenbuch führen. Das kann ein Notizbuch, ein Schreibheft oder eine Lose-Blatt-Sammlung sein – Hauptsache ist, du sammelst deine Ideen an einem zentralen „Ort“. Und genau das tust du dann auch. Schlagwörter, Redewendungen, Halbsätze, einzelne Verse – halte jeden noch so kleinen Gedankenfetzen in deinem Ideenbuch fest. Du erschaffst dir so eine wahre Schatzkiste an kreativen Impulsen. Wann immer du dann vor einem leeren Blatt Papier sitzt, kannst du es aufschlagen und darin stöbern. Wenn dich ein Eintrag „anspringt“, schau ihn dir genauer an. Was macht er mit dir? Welche Gedanken und Gefühle löst er gerade bei dir aus? Um welches Thema geht es? Welche Assoziationen fallen dir dazu ein? Schreib‘ alles auf, was dir dazu durch den Kopf geht. Vielleicht ergibt sich daraus dann schon bald eine neue Song-Idee.

Mind-Map

Vom Mind-Mapping hast du vielleicht schon mal was gehört. Es ist eine beliebte Kreativitätstechnik auch in anderen Berufszweigen. Ins Deutsche übersetzt ist eine Mind-Map eine Gedankenlandkarte. Sie ähnelt in ihrer Darstellung unseren Gehirnwindungen, weshalb es uns tendenziell leicht fällt, die mit einer Mind-Map erarbeiteten Assoziationen zu erfassen und weiter zu verarbeiten.

 

Im Zentrum einer Mind-Map steht ein zentraler Begriff, z. B. das Thema deines Songs. Von diesem Zentrum aus verlaufen beliebig viele Äste, an denen wiederum einzelne Assoziationen zum Thema notiert werden. Diese Hauptäste kannst du dann auch wieder weiter verzweigen. Um den Überblick zu behalten, setze am besten unterschiedliche Farben ein. Mit dieser Technik erschaffst du dir in ziemlich kurzer Zeit eine Fülle an Ideen, mit denen du dann weiterarbeiten kannst.

Brainwalking

Der Begriff Brainstorming ist dir sicher bekannt. Er beschreibt eine Kreativitätstechnik, bei der in Teamarbeit zu einem bestimmten Thema so viele Ideen wie möglich gesammelt werden. Beim Brainwalking wird dieser Prozess durch Bewegung unterstützt, da diese die Durchblutung fördert und die Hirntätigkeit anregt.

 

Normalerweise wird auch diese Methode in der Gruppe durchgeführt. Ich stelle sie dir hier in einer leicht abgewandelten Form dar, die du auch als Einzelperson nutzen kannst.

 

Nimm dir zunächst vier bis sechs DIN A4-Blätter, auf die du jeweils ein Thema oder Schlagwort schreibst – das können sowohl Begriffe zum selben Thema, als auch zu unterschiedlichen Themenbereichen sein. Diese Blätter verteilst du jetzt im Raum. Ideal ist es, wenn du ein bisschen Platz zur Verfügung hast, also z. B. deine Wohnung. Verteile die Blätter in diesem Fall in unterschiedlichen Räumen und über mehrere Etagen. Dann beginnst du, dich zu bewegen. Lauf ganz locker im Raum herum und lass deine Gedanken kommen und gehen. Wenn es dir hilft, kannst du auch Musik im Hintergrund laufen lassen. Nun gehst du zu einem der Blätter, schaust dir das Thema an und beginnst, darunter zu notieren, was dir dazu einfällt. Wenn du damit fertig bist, gehst du zur nächsten Station und wiederholst den Vorgang. Das tust du so lange, bis du auf jedem Blatt etwas notiert hast. Danach schaust du dir deine Ergebnisse an. Bist du damit zufrieden? Prima J Falls nicht, kannst du einen weiteren Durchgang einlegen- aber erst nach einer ausgiebigen Pause. Dein Gehirn braucht Zeit zur Regeneration.

 

Zum Brainwalking habe ich noch zwei Varianten für dich:

 

Variante 1: Lass‘ die Zettel über mehrere Tage in deiner Wohnung verteilt liegen. Gehe immer mal wieder daran vorbei und notiere neue Ideen.

 

Variante 2: Bitte deine Familie, deinen Partner/deine Partnerin und deine Freunde, dich bei der Übung zu unterstützen, indem sie ihrerseits ihre Assoziationen auf die entsprechenden Zettel schreiben.

Freewriting

Diese Methode kommt aus dem Bereich des kreativen Schreibens. Sie soll dir helfen, Schreibblockaden abzubauen und in einen Schreibfluss zu kommen. Dazu nimmst du dir wieder ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand. Dann legst du ein Zeitfenster zwischen 5 und 20 Minuten fest, arbeite am besten mit einer Stoppuhr. Jetzt beginnst du damit, möglichst zügig und ohne Unterbrechung zu schreiben – alles, was dir in den Kopf kommt. Schreib‘ es auf, ohne über das Geschriebene nachzudenken und es zu bewerten. Auch auf die passende Formulierung kommt es NICHT an. Sollte dir tatsächlich nichts mehr einfallen, wiederhole die letzten Worte oder „schreibe“ Wellen aufs Papier, bis dir wieder etwas Neues einfällt.

 

Du kannst diese Methode zu einem vorher festgelegten Thema durchführen oder völlig frei schreiben. Wenn du sie ausprobiert hast, wirst du von ihrer Wirkung begeistert sein. Ich für meinen Teil liebe sie 🙂

Morphologischer Kasten

Der Morphologische Kasten ist eine Art Matrix. In deren linken Spalte schreibst du die relevanten Parameter untereinander auf, beim Songwriting also z. B. das Thema des Songs, den strukturellen Aufbau, den Inhalt der einzelnen Strophen bzw. des Refrains, die Erzähl-Perspektive, usw.

 

In die einzelnen Zeilen neben den Parametern schreibst du nun mögliche Lösungen. Anschließend markierst du in jeder Zeile eine Lösungsmöglichkeit und verbindest sie dann mit einer der Möglichkeiten in den anderen Zeilen. Es entsteht im Prinzip eine Art Mind-Map, die das Grundgerüst für deinen neuen Song bildet. Der Vorteil: du hast nicht nur eine, sondern gleich mehrere mögliche Kombinationen, mit denen du arbeiten kannst.

Nicht jede der oben beschriebenen Techniken funktioniert immer gleich gut. Für den Einen passt das Mind-Mapping prima, während ein Anderer damit so gar nichts anfangen kann. Probiere aus, welche der Methoden am besten zu dir passt. Vielleicht ist es auch eine Kombination aus zwei oder mehreren Techniken – auch das ist möglich. Berichte mir gerne von deinen Erfahrungen. Wenn du Probleme in der Anwendung einzelner Methoden hast oder dir weitere Unterstützung wünschst, melde dich gerne bei mir.

Aber jetzt erzähl‘ mal: Welche Erfahrungen hast du mit der „Angst vor dem weißen Blatt“ gemacht? Was tust du, um deine kreativen Blockaden abzubauen? Ich freu‘ mich auf deinen Kommentar 🙂

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Wenn du die Kommentarfunktion verwendest, wird aus Sicherheitsgründen auch deine IP-Adresse gespeichert. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert. Weitere Informationen über die Datenspeicherung und -Verarbeitung findest du in meiner Datenschutzerklärung