Die meisten Musiker wollen früher oder später ihre eigenen Texte schreiben. Absolut verständlich. Aber nicht jedem fällt es leicht, seine Gedanken auf Papier zu bringen. Und selbst, wenn du es gewohnt bist, deine eigenen Songs zu schreiben, kann es manchmal vorkommen, dass dir die Ideen ausgehen. Damit dir das nicht passiert, bekommst du von mir heute ein paar Tipps, wo und wie du dir Inspiration holen kannst. Wenn du diese Quellen regelmäßig anzapfst, bleibt deine Kreativität im „Flow“.

 

Das sind meine Empfehlungen für dich:

 

Filme & Serien

Was liegt näher, als dir die Ideen für deine Songtexte aus deinen Lieblingsfilmen und –serien zu holen? Du bekommst eine komplette Story geliefert und kannst aus den unterschiedlichsten Genres wählen.

 

Denk‘ aber nicht nur an deine aktuellen Lieblingsfilme, sondern überlege auch, welche Filme und Serien du als Kind und Jugendlicher gerne gesehen hast. Wer war dein Held? In welche Rolle wärst du gerne geschlüpft?

 

Spannend wird es auch, wenn du dich nicht nur auf den oder die Hauptdarsteller konzentrierst, sondern dir auch mal genauer die eine oder andere Nebenrolle ansiehst. Was ist das besondere an ihm bzw. ihr? Welche Story versteckt sich hinter der Rolle? Welches Thema entdeckst du?

 

Es gibt den ein oder anderen Film, bei dem ich am Ende gedacht hab: „Och nee, das hätte ich aber anders ausgehen lassen.“ Überlege dir doch auch mal alternative Enden für deinen Lieblingsfilm. Oder eine Fortsetzung für Serie XY.

 

Jeder Song erzählt eine Geschichte – und Geschichten findest du in Filmen und Serien im Überfluss 🙂

Bücher & Zeitungen

Im Prinzip gehst du hier ähnlich vor, wie in der Kategorie „Filme & Serien“. Was sind deine Lieblingsbücher? Was fasziniert dich an der Story und/oder an den Protagonisten? Wer ist dein liebster Schriftsteller? Was zeichnet ihn aus? usw.

 

Ok, es kann natürlich sein, dass du ein Lesemuffel bist. Dann ist der Tipp mit den Büchern für dich wohl eher suboptimal, oder? 😉 In dem Fall bleiben dir immer noch Zeitungen und Zeitschriften. Du musst sie nicht mal von vorne bis hinten durchlesen, um deine Kreativität zu befeuern. Es reicht, wenn du sie durchblätterst und dir das herausgreifst, was dir ins Auge sticht.  Eine unscheinbare Überschrift kann eine grandiose Assoziation bei dir hervorrufen. Mit der kannst du dann arbeiten.

Werbeprospekte

What? Wie soll das denn gehen, Inspiration aus Werbeprospekten?

 

Das mag im ersten Moment tatsächlich etwas komisch anmuten. Aber mach‘ den Spaß einfach mal mit. Manchmal ist es nur ein Begriff, der dir ins Auge springt – die Tischgruppe „Nevada“, die Fototapete „Sunny Forest“ oder die Duschkabine „Wanda“ – für einen Songtitel eine schier unerschöpfliche Quelle 😉

Deine „Konkurrenz“

Es gibt nichts, worüber nicht schon mal geschrieben worden wäre. Das gilt auch für Songtexte. Bevor du dir also den Kopf zerbrichst, weil du etwas Einmaliges erschaffen willst, dir aber absolut nix einfällt: lass’ es!

 

Schau stattdessen lieber mal über den Tellerrand: welche Songs hat die „Konkurrenz“ am Start? Da lohnt sich auch durchaus mal ein Blick in genre-fremde Gefilde – zumindest was die Texte angeht. Und denk‘ auch mal an die Songs, die deine Lieblings-Bands so spielen. Welche Themen springen dich an? Welches Lied würdest du vielleicht gerne mal umschreiben?

 

Versteh‘ mich bitte nicht falsch, ich will dich nicht dazu anstiften, bei anderen zu klauen. Es geht lediglich darum, sich Inspiration zu holen. Und selbst wenn sich Inhalte und Aussage ähneln – sie werden sich durch den textlichen Aufbau, die Melodie, deine Stimme und vor allem deine Interpretation unterscheiden.

 

Du brauchst ein Beispiel? Als ich das erste Mal Ihr da oben von den Broilers gehört habe, dachte ich spontan: „das kommt mir irgendwie bekannt vor“ – damit meinte ich weder Text noch Melodie, sondern die Aussage dahinter. Mir fiel auch ziemlich schnell ein, woher ich sie kannte, nämlich aus Unter den Wolken von den Toten Hosen. Beide Songs wurden relativ zeitgleich veröffentlicht. Und niemand kommt auf die Idee, einer der Bands geistigen Diebstahl vorzuwerfen!

 

Ich denke, jetzt ist dir klar, worauf ich hinaus will, oder? Die Einmaligkeit, die du mit deinen Liedern zum Ausdruck bringen willst, entsteht nicht nur das Thema, sondern durch das, was DU daraus machst.

 

Ach übrigens: das mit der Einmaligkeit gilt auch und erst recht für Songtitel – außer vielleicht für In-A-Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly 😉

Das Leben deiner Freunde

So, jetzt wird’s ein bisschen persönlicher. Aber die beste Inspiration bietet immer noch das Leben. Wenn du dich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis mal umschaust, springen dich sicher die unterschiedlichsten Themen an: Liebe, Hass, Freundschaft, Vertrauen, Verrat, Einsamkeit, Zusammenhalt, Krankheit, Tod, usw. Was hindert dich daran, diese Themen in deinen Songs zu verarbeiten? Wenn du ein mulmiges Gefühl hast, weil du die Geschichte deines besten Kumpels in ein Lied verpacken willst, frag‘ ihn einfach, ob es für ihn ok ist. Du musst in dem Song ja nicht seinen Namen nennen 😉

Dein eigenes Leben

Noch persönlicher wird’s natürlich, wenn du deine Ideen aus deinem eigenen Leben schöpfst – wenn du das willst. Aber ist nicht jeder selbst geschriebene Song auch irgendwie biographisch? Auf jeden Fall ist es eine gute Möglichkeit, deine eigenen Gefühle und Gedanken zu verarbeiten. Schreiben für die Seele, sozusagen.

Aus einer Idee wird nicht immer gleich ein Song

Manchmal hast du eine Idee, aber diese hängt nur wie ein loser Fetzen in der Luft. Dir will einfach kein geiler Text dazu einfallen. Dann ist die Zeit wohl einfach noch nicht reif.

 

Damit dir die Ideen, die du aus den oben genannten Quellen fleißig sammelst, nicht wieder flöten gehen, leg‘ dir am besten ein Ideenbuch an. Das kann ein Ordner oder ein Notizbuch sein, such‘ dir einfach etwas aus. Darin sammelst du alle Ideen, die dir so über die Füße fallen: Schlagwörter, Themen, Gedankenfetzen, Halbsätze, einzelne Verse, Redewendungen, etc.

Behandle dein Ideenbuch wie deinen ganz persönlichen Schatz – denn es wird dir deine wertvollste Inspirationsquelle sein, wenn deine Kreativität mal ins Stocken gerät. Ich wünsche dir viel Freude damit, lass‘ die Ideen fließen 🙂

 

Wenn du dir übrigens weitere Techniken aneignen willst, um deine Kreativität im Fluss zu halten, lass‘ uns quatschen.

Jetzt will ich aber noch von dir wissen: Schreibst du deine Texte selbst? Wenn ja, woher holst du dir die Inspiration für deine Songs? Schreib‘ mir einen Kommentar, ich bin gespannt!

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