Auf der Bühne stehen, deine Songs performen – das ist für dich die Erfüllung. Zu einer guten Bühnenpräsenz gehören aber auch die Ansagen zwischen den Songs. Und genau da hakt es. Gerade für Newcomer stellt das Thema eine echte Herausforderung dar, aber auch für gestandene Profimusiker gehört dieser Teil des Auftritts nicht zu den Lieblingsdisziplinen. Auch im Coaching lande ich mit meinen Klienten immer wieder bei diesem Thema. Grund genug, sich mal genauer anzuschauen, woher die Schwierigkeiten genau kommen. Dazu habe ich die Aussagen, die mir am häufigsten begegnet sind, für dich zusammengetragen. Los geht’s!

Grund Nr. 1: Du weißt nicht, was du sagen sollst

Das ist meist die größte Herausforderung, vor der meine Klienten stehen: Was genau sag‘ ich zwischen den Songs?

 

Es geht also um den Inhalt deiner Ansagen und darum, gefühlt nicht ständig dasselbe zu sagen. Und da hab‘ ich gleich am Anfang eine gute Nachricht für dich: dem lässt sich leicht Abhilfe schaffen und zwar mit der Ansagen-Setlist. Der Begriff ist ziemlich selbsterklärend, oder?

 

Bei der Erstellung dieser Setlist gehst du folgendermaßen vor:

 

Schritt 1: Inhalte sammeln

Zuerst erarbeitest du die Inhalte für deine Ansagen und hältst diese schriftlich fest, zum Beispiel in einem Ideen-Buch. Dabei gliederst du die Texte in zwei Kategorien, einmal songbezogen und einmal songunabhängig. Unter der ersten Kategorie gehst du dann Song für Song durch und überlegst, was dazu erzählt werden kannst. Das kann z. B. eine Anekdote zur Entstehung des Songs und/oder seines Titels sein oder eine kurze Zusammenfassung dazu, worum es in dem Song überhaupt geht. Außerdem hältst du fest, um welche Art Song es sich handelt, ist es also eine Ballade oder ein schnelles Stück, usw.

 

In die zweite Kategorie sortierst du dann Ansagen ein, die unabhängig von den Songs sind. Da geht’s dann beispielsweise darum, das Publikum zum Mitmachen zu animieren oder einen Einblick in euer Bandleben zu geben.

 

Grundsätzlich ist beim Sammeln der Inhalte wichtig, dass du diese nicht stichpunktartig aufschreibst, sondern gleich als „fertige“ Ansage formulierst. Also z. B. nicht

 

Idee auf Zugfahrt entstanden, schneller Song

 

sondern

 

Die Idee zu diesem Song hatten wir im Zug, als wir auf dem Weg zu einem Radio-Interview waren. Und so ist auch der Titel entstanden. Hier ist für euch ….

 

Anschließend bekommt jede Ansage noch einen eigenen Titel, damit sie eindeutig identifizierbar ist und die Setlist nicht zu unübersichtlich wird.

 

 

Schritt 2: Setlist erstellen

Wahrscheinlich kannst du dir schon denken, wie es jetzt weitergeht. Du übernimmst die Titel deiner Ansagen in die entsprechende Setlist, welche sich natürlich wiederum an deiner Song-Setlist orientiert. Klar, oder?

 

Das Ding mit dem Inhalt wäre also geklärt. Ab jetzt wird’s ein bisschen kniffliger…

Grund Nr. 2: Du kommst dir dabei blöd vor

Mit „blöd“ meine ich in diesem Fall „nicht authentisch“.  Du hast das Gefühl, dass du bei Ansagen einfach nicht du selbst bist. Dass du nicht echt bist, sondern allen nur etwas vorspielst. Die Bandbreite reicht da von übertrieben lustig bis vornehm zurückhaltend. Aber du machst halt weiter, weil Ansagen nun mal irgendwie dazu gehören.

 

Wie kannst du es also schaffen, authentisch rüberzukommen? Eine gute Grundlage schaffst du dir auf jeden Fall schon mal mit einer Ansagen-Setlist. Denn die Texte dazu hast du ja bereits in deinen eigenen Worten formuliert. Es steckt also schon eine ganze Menge von dir selbst darin. Jetzt geht es noch darum, wie du das Ganze (körper-)sprachlich umsetzt. Und da hat sich ein Tipp besonders bewährt: erzähl’s deinem Kumpel! Es gibt kaum einen Menschen, demgegenüber man authentischer ist, als seinen Kumpels bzw. besten Freundinnen. Nutze dieses Wissen für deine Ansagen, du wirst schnell merken, wie gut diese innere Haltung funktioniert.

Grund Nr. 3: Du bist unsicher

Die Gründe 1 und 2 führen in Kombination schnell dazu, dass du dich in den „Lücken“ zwischen den Songs alles andere als wohl fühlst. Verunsicherung macht sich breit und wenn es ganz doof läuft, geht’s dir an die Nerven. Du wirst nervös und das wiederum drückt sich in deiner Stimme und deiner Körpersprache aus. Souveränität sieht anders aus und das merken natürlich auch deine Fans – glaubst du.

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Eigen- und Fremdwahrnehmung oftmals sind. Während du innerlich zitterst, dir der kalte Schweiß ausbricht und die Hitze zu Kopf steigt, merkt das Publikum – nix. Und selbst wenn, tritt hier sofort ein zweites Phänomen in Kraft: Fans „verzeihen“ viel. Wenn du mir das nicht glaubst, überleg‘ doch mal kurz, wie es dir selbst als Fan geht, insbesondere bei einem Live-Konzert. Die Stimmung ist per se schon mal gut, was daran liegt, dass die meisten Menschen freiwillig gekommen sind (von einer Handvoll „Mitgeschleppten“ mal abgesehen) und sich zudem fest vorgenommen haben, einen geilen Abend zu haben. Denk‘ mal drüber nach – und lass‘ dich bei deinen eigenen Auftritten von dieser Stimmung tragen.

Grund Nr. 4: Du hast Angst, die Stimmung zu versauen

Eigentlich hätte ich Punkt 3 und 4 zusammenfassen können. Aber erstens finde ich eine 5 in der Headline ansprechender als eine 4 (was sicher an meiner Vorliebe für ungerade Zahlen liegt) und zweitens haben Wiederholungen einen gewissen Lerneffekt. Deshalb an dieser Stelle nochmal: Du kannst die Stimmung gar nicht kaputt machen, jedenfalls nicht so leicht – Ausnahmen bestätigen die Regel 😉

Grund Nr. 5: Ansagen sind einfach nicht dein Ding

Auf den ersten Blick ist das ein Totschlag-Argument. Wenn Ansagen einfach nicht dein Ding sind, dann bringen dich alle vorher genannten Tipps auch nicht wirklich weiter. Zumindest dann, wenn es wirklich ein echter Grund ist und nicht nur eine Entschuldigung dafür, dass du keine besseren Ansagen hinbekommst 😉

 

Aber nehmen wir tatsächlich mal an, die Begründung ist echt und Ansagen sind eben absolut nicht dein Ding. Dann sage ich dir: muss ja auch nicht. Es gibt alternative Lösungen. Wer sagt denn überhaupt, dass ausgerechnet du die Ansagen machen musst? Ok, als Solokünstler kannst du hier jetzt ein berechtigtes Veto einlegen, aber eine Band besteht ja üblicherweise aus mehreren Mitgliedern. Und vielleicht habt ihr ja in eurer Band jemanden, der die Ansagen zu seinem Ding machen kann.

 

Ja, ich weiß, dass in den meisten Bands die Frontmänner und -frauen das Reden übernehmen. Aber es steht nirgendwo geschrieben, dass das unbedingt so sein muss. Ich habe schon Bands gesehen, da macht der Bassist die Ansagen. Vielleicht ist das für dich und deine Band ja auch eine praktikable Lösung. Oder ihr macht es zu zweit. In diesem Fall könnt ihr sicher den ein oder anderen Tipp aus diesem Artikel umsetzen.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel das „Ansagen-Monster“ ein klein wenig bändigen. Ich freue mich, wenn du die eine oder andere Anregung gefunden hast und für dich ausprobieren willst. Wenn du allein nicht klarkommst, empfehle ich dir die Teilnahme an meinem Gratis-Webinar Ansagen souverän meistern. Oder du vereinbarst ein Schnuppercoaching mit mir und wir schauen, was wir gemeinsam auf die Beine stellen können.

Jetzt will ich aber erst mal von dir wissen: Was ist deine größte Herausforderung, wenn es um Ansagen geht? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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