“Es ist nichts falsch daran, ein Loser zu sein. Es kommt nur darauf an, gut darin zu sein.” (Billy Joe Armstrong)

 

Ok, dieser Artikel soll jetzt keine Anleitung werden, wie du zum perfekten Loser wirst. Aber  das Zitat beschreibt eine Eigenschaft, die für dich als Musiker – und auch als Mensch – von großer Bedeutung ist: die Eigenschaft, mit Krisen und Niederlagen umgehen zu können und auch schwierige Zeiten unbeschadet zu überstehen.

 

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, das ist kein Geheimnis. Das Musikbusiness ist ein hart umkämpftes Geschäft. Wer ehrgeizig ist, hart arbeitet und den Geschmack von Fans und Branche trifft, ist erfolgreich und angesehen. Wenn du einen Fehler machst, bekommst du den sofort um die Ohren gehauen. Deshalb willst du es natürlich vermeiden, etwas falsch zu machen – aus Angst vor den Konsequenzen.

 

Aber leider ist das nicht immer möglich – da verrate ich dir nix Neues. Denn Scheitern gehört zu unserem Leben dazu. Egal, wie sehr du auch dagegen ankämpfst, du wirst im Lauf deines Lebens immer mal wieder auf die Fresse fallen. Das ist normal. Das ist menschlich. Macht dich das zu einem schlechteren Menschen? Never ever!

 

Scheitern tut gut, Scheitern ist gesund. Und zwar aus diesen Gründen:

 

1. Scheitern regt zur Selbstreflexion an

Wie fühlst du dich, wenn du etwas nicht geschafft hast? Traurig? Wütend? Am Boden zerstört? Und wahrscheinlich ärgerst du dich dazu noch über dich selbst, oder?

 

Dieser Gefühlscocktail ist verantwortlich dafür, dass wir über unser Scheitern nachdenken. Denn so schlecht wollen wir uns einfach nicht fühlen. Deshalb beginnst du (normalerweise) ganz automatisch, zu analysieren, wie es zu dem Misserfolg kommen konnte. Du erkennst deinen eigenen Beitrag und entwickelst Strategien, die dich davor bewahren, noch einmal die gleichen Fehler zu machen. Und heißt nicht auch ein bekanntes Sprichwort „aus Fehlern lernt man“? Genauso ist es!

 

Ganz nebenbei lernst du dich selbst durch die Selbstreflexion besser kennen, du kannst deine Schwächen genau benennen, aber auch deine Stärken. Dieser Prozess ist extrem gut für deine Seele 🙂

2. Du lernst, um Hilfe zu fragen

Du musst nicht alles allein schaffen – das ist uns allen klar, trotzdem schlagen wir uns meist allein durch. Bis wir nicht mehr können oder nicht mehr weiter wissen. Manchmal ist es dann schon zu spät, die Niederlage ist längst da.

 

Warum fällt es uns so schwer, um Hilfe zu bitten? Vielleicht, weil wir nicht schwach erscheinen wollen. Vielleicht, weil wir Angst haben. Vielleicht, weil wir zu stolz sind.

 

Wenn du allerdings schon mal über deinen Schatten gesprungen und dir Unterstützung gesucht hast, weißt du, wie bereichernd es sein kann, sich auf seinem Weg begleiten zu lassen. Jeder von uns braucht ab und an eine Schulter zum Anlehnen, einen guten Gesprächspartner, einen Mentor, einen Sparringspartner. Wenn du in einer Band spielst, ist dieser Punkt vielleicht etwas einfacher für dich, denn ihr könnt euch gegenseitig unterstützen. Doch manchmal braucht man auch Hilfe von außen.

 

So oder so, gemeinsam geht vieles leichter. Leider wissen wir das oft erst dann, wenn wir einmal einsam gescheitert sind.

3. Du erkennst, wer deine wahren Freunde sind

Da will ich nichts beschönigen, das ist die bittere Wahrheit.

 

Wenn du Erfolg hast, ist das Leben einfach. Du hast viele Freunde – und das nicht nur auf Facebook 😉 Alle finden dich toll und wollen in deiner Nähe sein. Wenn es aber mal nicht so rund läuft und es schwierig wird, haben viele auf einmal keine Zeit mehr für dich.

 

So komisch es auch klingt, lerne, solche Krisen zu schätzen. Natürlich macht es keinen Spaß, vermeintlich gute Freunde ziehen zu lassen. Vor allem, wenn jemand dabei ist, von dem du es nie gedacht hättest. Sieh das einfach als große Aufräumaktion: Du wirfst unnötigen Ballast ab und behältst, was dir wirklich etwas bedeutet: deine „echten“ Freund.

4. Du bleibst auf dem Boden

Ich bin der Meinung, dass jedem von uns eine gute Portion Bodenhaftung extrem gut steht. Immer höher, immer schneller, immer weiter – das geht auf Dauer selten glatt. Körper, Geist und Seele tut es deshalb total gut, wenn du ab und zu wieder geerdet wirst.

 

Leider müssen wir meist erst scheitern, um zurück auf den Boden zu kommen und unsere ursprünglichen Werte wieder schätzen zu lernen. Und die sind es eben, die dich als Mensch und Musiker ausmachen.

 

Versteh‘ mich nicht falsch: sei erfolgreich, verwirkliche deine Träume – aber bleibe immer du selbst!

5. Du wirst widerstandsfähiger

Was dich nicht umbringt, macht dich stark. Das gilt erst recht für Misserfolge. Dein Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Wenn du dir das bewusst machst, bringt dich nichts mehr so leicht aus der Fassung und du lässt selbst schwierige Phasen erhobenen Hauptes hinter dir. Auf Neudeutsch heißt das Resilienz.

 

Alles im Leben hinterlässt Spuren auf deiner Seele. Jeder von uns kann die eine oder andere Narbe vorweisen. Die Erfahrungen, die du in Krisenzeiten sammelst, sind so wertvoll. Schöpfe Kraft aus ihnen, dann bist du schnell bereit für Neues.

6. Du darfst neu anfangen

Für mich das Beste am Scheitern! Du darfst immer wieder neu beginnen. Beim nächsten Mal machst du es halt ganz anders.

 

Egal, wie schlimm die Niederlage war. Egal, wie tief du auch gefallen bist. Du kannst immer wieder aufstehen und von vorne beginnen. Oder etwas ganz anderes machen. Der Misserfolg ist nicht die Endstation. Er ist nur eine Haltestelle. Du kannst weiterfahren, aussteigen oder die Weichen neu stellen. Die Entscheidung liegt bei dir.

Ich hoffe, ich konnte dir zeigen, dass Scheitern nichts schlimmes und in unserem Leben ganz normal ist. Vielleicht konnte ich dir sogar ein bisschen die Angst vor dem Misserfolg nehmen – das würde mich wirklich freuen.

 

Bist du ein Fußball-Fan? Ich schon 😉 Und da liegen Sieg und Niederlage ja oft sehr nah beieinander. Einer der besten Fußballer Deutschlands hat vor einiger Zeit einen Satz gesagt, der wunderbar zu diesem Artikel passt, deshalb will ich ihn dir zum Abschluss mit auf den Weg geben:

 

„Bevor man zu einem großen Champion wird, muss man erst mal lernen, zu verlieren.“

 

In diesem Sinne: Rock on!

Wie ist deine Einstellung zum Scheitern? Fällt es dir leicht, mit Niederlagen umzugehen? Was fällt dir in Krisenzeiten besonders schwer? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

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